Historie

Der Erfurter Garten- und Freizeitpark liegt auf dem 265 Meter hohen Cyriaksberg und ist aus einer ehemaligen Stadtfestung – der Zitadelle Cyriaksburg – hervorgegangen: Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurden zahlreiche ehemals wichtige Festungen bedeutungslos, und so gab Kaiser Wilhelm I 1873 auch für die Zitadelle auf dem Cyriaksberg den Befehl zur Entfestigung. So wurden Teile der Festungsanlage abgebrochen. Ab 1885 wurde das Gebiet rund um die Festung auf Initiative des Erfurter Verschönerungsvereines nach und nach zu einer öffentlichen Grünanlage umgestaltet und erweitert. 

Spätestens ab 1961 wurde das Gelände des Erfurter Gartenparks mit der regelmäßig stattfindenden iga – der Internationalen Gartenschau – zur größten und bedeutendsten Gartenschau im sozialistischen Länderverbund ausgebaut.

  • 2014
  • 2014 egapark – Der Garten Thüringens

    Seit seiner Eröffnung als Gartenschaugelände 1961 haben über 45 Millionen Gäste den egapark besucht. Neben dem 6.000 m² großen Blumenbeet – dem größten zusammenhängenden Blumenbeet Europas – zählen der größte Kinderspielplatz und das einzige Gartenbaumuseum des Freistaates Thüringen zu seinen Attraktionen.

    01.01.2014

  • 1992 – Der Park wird zum Denkmal

    Der egapark gehört wegen seiner einzigartigen gartenbaulichen Gestaltungskonzeption zu den bedeutendsten Zeugnissen deutscher Gartenbauarchitektur der 1960er Jahre und ist seit 1992 denkmalgeschützt: Als deutschlandweit einmaliges Zeitdokument gartenbaulicher Ausgestaltung. Als Zeichen guter Zusammenarbeit stiftete die Stadt Mainz zum 1250-jährigen Stadtjubiläum als Zeichen guter Zusammenarbeit den Mainzgarten im egapark.

    31.12.1992

  • 1990
  • 1970er und 1980er Jahre – Erweiterung der Park- und Ausstellungsfläche 

    Das Ausstellungsgelände wurde in den folgenden Jahren beständig erweitert – auf 104 Hektar gab es nun Freilandgemüseflächen, Gewächshäuser, eine Baumschule, ein Freizeit-Zentrum, einen modernst ausgestatteten Kinderspielplatz mit Wasserbecken sowie diverse Hallen zur Ausrichtung der internationalen Gartenbau-Ausstellungen sowie diverser Blumenschauen. Schon damals bildete das Lichterfest den alljährlichen Saisonabschluss. 

    07.06.1974

  • 1961 – Die iga öffnet ihre Tore

    Am 28. April 1961 wurde die „Erste internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder“ – kurz auch „iga“ genannt – auf dem Parkgelände feierlich eröffnet. Konzept und Rahmenplan waren zuvor vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Reinhold Lingner erarbeitet worden, zu dessen Hauptwerken die Parkanlage zählt. Gleichzeitig mit der Gartenbau-Ausstellung eröffnete auch das Deutsche Gartenbaumuseum im ehemaligen Festungsgebäude.

    28.4.1961

  • 1950
  • 1950 – Gartenschau „Erfurt blüht“

    Nachdem bereits wenige Monate nach Kriegsende erste Gartenbau-Ausstellungen in der Thüringenhalle stattgefunden hatten, wurde eine Erweiterung des Ausstellungsgeländes beschlossen. Hierfür erwies sich die Anlage auf dem Cyriaksberg als ideal. Der Potsdamer Landschaftsarchitekt Walter Funcke behielt bei seiner Konzeption die Grundstruktur des vor dem Krieg bestehenden Parks bei und ergänzte diese durch weitere Gestaltungselemente wie Pavillons und vier Springbrunnen, den Vorläufern der heutigen Wasserachse.

    ab 06.06.1950

  • 1945 – Die ersten Gartenbau-Ausstellungen der Nachkriegszeit 

    Wenige Monate nach Kriegsende – vom 29. September bis 14. Oktober 1945 – fand unter dem Motto „Kampf dem Hunger“ vornehmlich in der Thüringenhalle die erste Gartenbau-Ausstellung der Nachkriegszeit in Erfurt statt. Sie war Bestandteil der Hauptausstellung „Erfurt – Wirtschaft im Aufbau“ und beschäftigte sich – wie auch die im Folgejahr stattfindende Veranstaltung „Mehr Nahrung schaffen“ – mit Anbaumethoden zur Selbstversorgung. So entstand in den Folgejahren rund um die Cyriaksburg auch ein Ausstellungsgelände mit fünf Muster-Kleingärten.  

    ab 14.10.1945

  • 1900
  • ab 1885 – Gestaltung als öffentliche Grünanlage

    Nach dem Befehl zur Stadtentfestigung 1873 wurde das Festungsgelände nach und nach zur öffentlichen Grünanlage umgestaltet und durch die Anlage von Kastanienalleen zu einem Landschaftsgarten verschönert. 1919 erwarb die Stadt Erfurt das Gelände und nutzte es seither für Ausstellungen und Gartenschauen. Nach und nach wurden immer weitere Teile der Anlage rund um die alte Cyriaksburg für die Öffentlichkeit umgestaltet. So wurde zum Beispiel 1935 im ehemaligen südlichen Geschützturm ein Aussichtsturm eingerichtet.

    ab 01.01.1885

  • ab 1824 – Ausbau zur Zitadelle

    Unter preußischer Herrschaft wurde die gesamte Burganlage ausgebaut und verstärkt und verlor dadurch weitestgehend ihren mittelalterlichen Charakter. Unter anderem wurde dabei auch das ehemalige Torhaus durch ein neues Festungsgebäude ersetzt, in dem sich heute das Gartenbaumuseum befindet. Auch die Kegeldächer der beiden Türme – heute Sitz der Erfurter Volkssternwarte bzw. einer Aussichtsplattform – wurden in dieser Zeit abgebrochen, um Platz für Kanonen zu schaffen.

    ab 01.01.1824

  • 1500
  • 1479 – Umbau zum Stadtschloss

    In den folgenden Jahrhunderten wurde der Cyriaksberg aufgrund seiner strategisch günstigen Lage oberhalb der Stadt und direkt an einem großen überregionalen Handelsweg – der Via Regia – gelegen immer wieder genutzt, um Erfurt zu belagern und anzugreifen. Deshalb wurde das Cyriakskloster neben die Andreaskirche in der Stadt verlegt und die ehemalige Klosteranlage zu einem Stadtschloss umgebaut und nach und mit einer Festungsmauer umgeben. So sollten die Stadt Erfurt, das fruchtbare Geratal und die Straße nach Gotha geschützt werden.

    01.01.1500

  • 1123 – Klostergründung auf dem Cyriaksberg

    Das seit 743 bestehende Kloster „St. Paul“ befand sich ursprünglich neben der Severikirche auf dem Domplatz. Infolge des Investiturstreites – dem Streit zwischen Kirchenfürsten und weltlichen Fürsten um das Recht, Bischöfe einzusetzen – wurde entschieden, auch den Domhügel am Rande der Stadt als Bischofsburg befestigen zu lassen. Deshalb wurde das dort befindliche Benediktinerinnen-Kloster auf den Cyriaksberg verlegt und nach dem dortigen Schutzheiligen – dem heiligen Cyriakus – benannt.

    01.01.1100

  • 1100