BAUHAUS-Architektur im Dialog

In seinem 100. Jahr kommt das Bauhaus zurück nach Thüringen, mit Fotografien und Forschungen in der Ausstellung »Erfurt/Haifa. Architekturen der Moderne im Dialog« im egapark.  In der Halle 1 präsentieren vom 1. bis 31. Oktober 2019 der egapark, die Bauhaus-Uni Weimar und die Landeshauptstadt Erfurt eine Ausstellung zur Architekturgeschichte der Moderne in den Partnerstädten. Erfurt und das israelische Haifa, seit 2000 durch eine Städtepartnerschaft verbunden, haben sich sehr unterschiedlich entwickelt. In der Ausstellung treten die Städte in einen Dialog, der Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigt.

In der Präsentation lässt sich die moderne Architektur der jeweiligen Stadt erkunden. Durch Gegenüberstellungen beider Städte werden grundsätzliche Fragen zur Architektur des Neuen Bauens bzw. des Internationalen Stils aufgeworfen. Vorgestellt werden zudem biografische Verflechtungen zwischen damaligen Architektinnen und Architekten, Auftraggebern und Politikern.

Architektur des Neuen Bauens in Erfurt und Haifa

Die Architektur des »Neuen Bauens« prägte einerseits die Stadt Erfurt und formte andererseits in Palästina die Stadt Haifa, die sich rasant entlang des Küstenstreifens und auf den Karmelhügeln ausbreitete. „Mit der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland hat die Architektur der Moderne ein abruptes Ende gefunden. In Palästina kennzeichnete sie einen Neubeginn der vom Nationalsozialismus Vertriebenen in einer neuen Heimat. In Israel wird das Entstandene umgangssprachlich als Bauhaus-Architektur bezeichnet“, erklärt Dr. Mark Escherich, Architekturhistoriker und Denkmalpfleger in der Landeshauptstadt Erfurt, die inhaltliche Spannweite der Ausstellung. Beide Städte sind historisch an den Kreuzungspunkten historischer Handelsstraßen entstanden. Während das alte Erfurt in den 1920er Jahren zur modernen Metropole Thüringens aufstieg, fand sich Haifa nach dem Ersten Weltkrieg und der Neuteilung des Nahen Ostens in einer völlig neuen Stellung als Handelsstadt wieder. Die Stadtentwicklung verlief grundsätzlich unterschiedlich, jedoch die architektonischen Parallelen sind verblüffend. „In beiden Städten finden sich die typischen Bauhausmerkmale: u. a. reduzierte Gebäudeformen ohne Bauzier und Ornament, Flachdächer, aufgelöste Gebäudeecken oder lange horizontale Fensterbänder. Lokale Einflüsse haben dann die Gebäude individuell gefärbt, dies zeigt die Exposition eindrucksvoll“, ergänzt der Architekturhistoriker.

Hervorgegangen ist die Ausstellung aus einem fakultätsübergreifenden Forschungs- und Lehrprojekt der Bauhaus-Universität Weimar in den Jahren 2017/18. Die Ausstellung ist Teil des Programms der Universität
zum einhundertjährigen Bauhaus-Jubiläum 2019. Kooperationspartner sind die ACHAVA Festspiele Thüringen. Gefördert wurde die Exposition durch die Thüringer Staatskanzlei, beide Städte und die Bauhaus-Universität Weimar.