Weiterer Teil des egapark-Ensembles wird saniert

Im Jahr der Bundesgartenschau 2021 wird der egapark Erfurt 60 Jahre.1961 als Internationale Gartenbauausstellung durch den Landschaftsarchitekten Reinhold Lingner geplant, gilt er als einzigartiges und unumstrittenes Zeitdokument der DDR-Geschichte. In verschiedenen Bereichen wurden die Zeugnisse der DDR-Moderne bereits saniert, z. B. die Halle 1 oder der Rundbau. Nun wird Baustart für die Sanierung von Empfangshalle und Foyer des ehemaligen Empfangsgebäudes sein, das in seiner Konstruktion vollständig erhalten ist. „Der Baustart am Empfangsgebäude ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Bundesgartenschau 2021, der dank der erfolgreichen Bemühungen der Bundestagsmitglieder Antje Tillmann und Carsten Schneider um Fördermittel nun möglich ist. Mit diesem Gebäude können wir jetzt ein weiterer Bestandteil des denkmalgeschützten egapark-Ensembles wieder in die ursprüngliche Gestaltung versetzen. Damit ist das Vorhaben bis zur BUGA 2021 noch zu realisieren“, freut sich BUGA-Geschäftsführerin Kathrin Weiß. Für die Sanierung von Foyer und Empfangshalle – Wärmedämmung, Fenster, Schallisolation und Farbgebung - stehen Fördermittel in Höhe von 556.400 Euro zur Verfügung. Sie werden jeweils hälftig aus dem Denkmalsonderschutzprogramm des Bundes und aus dem Landesdenkmalpflegeprogramm des Freistaates Thüringen bereitgestellt. Insgesamt sind für die jetzt geplanten Arbeiten knapp 855.000 Euro veranschlagt.

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Zum offiziellen Baustart am Empfangsgebäude am 3.9.2019 waren beide Bundestagsabgeordnete und der Landeskonservator Holger Reinhardt anwesend. Antje Tillmann würdigte es als Teamleistung gemeinsam mit Carsten Schneider und den egapark-Verantwortlichen, dass die Sanierung nun finanziell auf sicheren Füßen steht. Landeskonservator Holger Reinhardt erinnerte an die starke Identifizierung der Erfurter mit dem egapark, begründet in deren aktivem Mitwirken beim Entstehen.
Im Vorfeld der jetzt beginnenden Arbeiten wurde ein Gutachten zur historischen Farbgebung der Empfangshalle und des Foyers erstellt. Dabei untersuchten Experten die Schichtenabfolgen
anhand von Sondierungsöffnungen. Die Befunde zeigen, dass es im Foyer etwa 8 und in der Halle etwa 11 Renovierungsphasen gab, erklärte Restaurator Ludwig Volkmann.

Im Ergebnis der Untersuchung sind die ursprünglichen und teilweise auch späteren Farbgestaltungen der Haupträume in ihrer Gesamtaussage nachvollziehbar. Vor allem die Erstfassung konnte vollständig nachgewiesen werden. Die Befunde dieses für dieses bedeutsame Bauwerkes des egaparks geben den interessanten Hinweis, dass sich Architekt und Farbgestalter offenbar sehr bewusst in der Tradition des Bauens und Gestaltens der 1920er Jahre und der Tradition des Bauhauses gesehen haben. Das ist besonders interessant, ist doch der egapark der einzige Gartenpark auf der diesjährigen Grand Tour der Moderne im 100. Jahr des Bauhauses.