Südeingang verknüpft das grüne Band im Süden wieder/Irisgarten wird saniert

Der Irisgarten, zwischen dem egapark-Südeingang an der Cyriakstraße und dem Liliengarten, ist nicht nur ein gartenhistorisches Zeitzeugnis, sondern auch von städtebaulicher Bedeutung. Im Erfurter Grünsystem stellt der Irisgarten mit dem Südeingang die einzige südöstliche Verbindung zwischen dem egapark und den angrenzenden öffentlichen Parkanlagen Dendrologischer Garten, Luisenpark und Dreibrunnenpark dar.

Attraktive Blüten in unzähligen Farben: Die Iris ziert jedes Beet. Es gibt mehr als 250 Arten und eine riesige Menge verschiedener Sorten. Im egapark hat die unkomplizierte Pflanze nahe dem ehemaligen Südeingang ihr Domizil. 1965 entstand hier – vier Jahre nach der Internationalen Gartenaustellung (iga 61) der Themengarten für die Iris. Die Entwürfe für die Anlage gehen bereits auf das Jahr 1961 zurück. In den vergangenen Jahren kennzeichnete zunehmende Baufälligkeit den einstigen Themengarten mit dem Namen des Iriszüchters Dr. Alexander Steffen. Da auch der Südeingang geschlossen war, kamen nur noch wenige Besucher in das einstige vorzeigbare Areal, in dem von April bis Juli die Iris ihre farbenfrohen und prächtigen Blüten entfalteten.

„Der Rosengarten und der Liliengarten werden für die BUGA 2021 neu gestaltet, für den Irisgarten ist das nun auch möglich und wir können das schöne Areal bald wieder öffentlich zeigen. Dank des intensiven Bemühens der Bundestagsmitglieder Carsten Schneider und Antje Tillmann erhalten wir heute Fördermittel des Bundes in Höhe von 861.400 Euro. Damit können wir jetzt mit der Sanierung des historischen Irisgartens beginnen. Besonders hervorzuheben ist auch, dass mit der Überarbeitung des Areals die Wiedereröffnung des Südeinganges verbunden ist“, freut sich BUGA- und egapark-Geschäftsführerin Kathrin Weiß über die Fördermittel, die am 21. November 2019 übergeben wurden. Insgesamt können so aus dem Denkmalschutzsonderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien 571.000 Euro eingesetzt werden. Aus seinem Denkmalpflegeprogramm steuert der Freistaat 290.400 Euro bei.

Der Irisgarten ist durch Gestaltungselemente der 70-er Jahre DDR Moderne geprägt, die behutsam in die Neugestaltung einbezogen werden. Sechs Terrassen gliedern den Irisgarten. Stützmauern aus Waschbeton fangen das Gelände am Hang ab und unterteilen es in Sorten- und Anwendungsbeete. Ein seitlicher Treppenweg und ein bis zu 12% steilen Rampenweg auf der anderen Seite führen vom ehemaligen Südeingang durch den Irisgarten hinauf in Richtung Parkmitte. Künftig wird eine barrierearme Wegführung vom Südeingang in den Irisgarten diesen Bereich für alle Besucher zugänglich machen. Der Südeingang mit dem ehemaligen Kassenhäuschen wird momentan bereits saniert und soll künftig ein Eingang mit Drehtür für Inhaber von Dauerkarten sein.

Wie soll der Irisgarten sich künftig den Besuchern präsentieren? Das grundlegende Konzept der Terrassen wird beibehalten, es gibt eine Unterteilung in Sorten- und Anwendungsbeete. Die Sortenbeete zeigen ausgewählte Züchtungen aus dem egapark-Bestand von Dr. Alexander Steffen, die vor den Bauarbeiten geborgen wurden. Ergänzt um weitere Stauden ergänzt zeigen sie trotz der kurzen Blütezeit der Iris ganzjährig ein attraktives Erscheinungsbild. In den Anwendungsbeeten wird ähnlich einem Klimawandelgarten die Iris im Kontext einer Steppenpflanzung auf einer Schotter- und Splittoberfläche gezeigt. Der Irisgarten eröffnet einen weiten Blick über Erfurt, die Umgestaltung stellt wichtige Blickbeziehungen zwischen den Terrassen und der Geraaue wieder her. Die historischen Betonelemente der Treppen und Mauern werden saniert und bleiben erhalten.

Mit der von vielen Besuchern gewünschten Wiedereröffnung des Südeingangs wird das grüne Band im Süden Erfurts zwischen dem egapark, dem Dendrologischen Garten und dem Luisenpark wieder verknüpft. Die Blütenkirschen im Frühling sowie die Rosen-und Staudengruppen im Sommer sowie Pergolen mit Sitzgruppen laden im Park zum Verweilen ein. Mit der Weiterführung zum Luisenpark und zum Dreibrunnenpark hat der wiedereröffnete Südeingang vor allem für Radtouristen oder Spaziergänger besondere Bedeutung. Kinder aus dem Evangelischen Johanneskindergarten in Erfurt Hochheim verbanden beide Parkanlagen am 21.11.2019 mit einem grünen Band und dem ausgeroillten grünen Teppich schon einmal symbolisch.

Der in den Jahren 1959 bis 1961 angelegte Dendrologische Garten ist heute ein Gartendenkmal. Die terrassenförmige Anlage, die ebenfalls eine besondere Aussicht bietet, soll bis zur BUGA 2021 nochmals überarbeitet werden. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein informierte, dass dazu bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde, um Defizite der in die Jahre gekommenen Anlage zu beheben.

Mit der Lebenshilfe g GmbH konnte ein Partner gewonnen werden, der im Dendrologischen Garten eine ehemals geplante, aber nie realisierte gastronomische Einrichtung errichten und betreiben möchte, ein Cafe auf der oberen Terrasse. Wunsch der Landeshauptstadt war es, durch das Cafè den Bereich aufzuwerten und gleichzeitig öffentlich zugängliche, barrierefreie Toiletten anbieten zu können. Durch die direkte Nachbarschaft zu dem seit 1999 bestehenden „Gästehaus am Luisenpark“ können sich für die Lebenshilfe Service g GmbH als Betreiber Synergieeffekte ergeben. Das Inklusionsunternehmen kann durch den Betrieb des Cafes weitere neue Ausbildungs –und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen. Geplant ist ein Invest-Volumen von ca. 300.000 Euro. Die Unterstützung der Aktion Mensch und des Integrationsamtes Thüringen ist gesichert. Die Planungen sehen einen barrierefreien kleinen Gastraum und einen größeren Bereich für Außengastronomie vor. Die Realisierung ist 2020 möglich.